Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 20)
- Language
- German
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27 dem Vorsaale des ihm verwandten Königs. Er sah aber einem Affen mehr ähnlich denn einem vernünftigen Menfchen. — Was will der Elende hier? schollen ihm mehrere Stimmen entgegen. In widerlichen Tonen, dir aus dem Schoost der Erde j» kommen schienen, stammelte er müh« sam, wer er sei und ju welchem Ende er sich dem idm verwandle» Beherrscher nahen wollte. Ein lautes Lachen ob den Worten des Unsinnigen — wofür er von den Höflingen gehalten wurde — war die Antwort, deren man ihn würdigte. Er wurde von den Wachen zurückgestoßen, ohne des Königs Antlitz gesehen zu haben. Unterdessen war auch Salem an des Pallastcs Ein« gang angckommen: ein Jüngling von herrlicher Gestalt, von königlichem Ansehen; auf seiner Stirne thronte Weis« heit und Adel; sein majestätischer Gang so wie sein ganzes Wesen verriethen seine Herkunft, und mit Ehrfurcht wurde er von den Höflingen begrüßt und vor den Beherrscher ge« führt. Er trat ein und erblickte den König auf seinem Throne fitzend — war im Begriff, vor ihm auf's Knie zu sinken» als dieser vom Throne stieg, auf ihn zu eilte und ihn in seine Arme schloß. Er ließ sich mit ihm in trauliches Ge« spräch ein, legte ihm vielerlei Fragen vor und wünschte von seiner Reise und dem Orte seines mehrjährigen Aufent« haltS etwas zu erfahren. Der Jüngling erzählte, und auf seinen Lippen wohnte Anmuth und Huld — und war unerschöpflich im Lobe für das himmlische Paradies, das er gefthn, und zeigte ihm