Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 16)
- Language
- German
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Gaumen;n kitzeln und seinen Begierden zu stöhnen -- er ergab sich ganz dem Sinnenlebcn. Den Zweck der Reise verg ssend, versagte er sich nichts und ließ sich fesseln von eitler Lust. Der andere, A ssaf genannt, weniger für die Lust seines Gaumens bedacht, suchte sein ganzes Heil darin, Gold, Silber und Edelgestein rinzusammein, und täglich der Schätze mehrere anzuhäufrn. Er füllte Taschen und Gcräthschastcn und, sein Durst nach dem glänzenden Tande immer noch unbefriedigt, verwandelte er gar seine Gewänder und alle die nöthigen Bekleidungen seines Leibes in künstliche Behältrisse zur Aufbewahrung der ämsig zusammengebrachten Schätze und Kleinodien, immer herrumirrend und ängstlich einen andern als den bewachten Ausgang suchend, der ihn aus dem Garten fuhrete. Er drängte sich, um feinen Zweck zu erreichen, durch Bäume und Gesträuch und verletzte seinen Körper gar sehr. Mittlerweile wurde sein Ansehn durch die Mühen des angestrengten Euchens und der auf ihm lastenden Bürden immer mehr verunstaltet und er war kaum noch zu erkennen. Selbst den nöthigen Genuß an Speise und Trank entzog er sich fast gänzlich wah« rcnd des ängstlichen Herumsehens nach den ersehnten Kost« barleitru und des auszuspähcnden Schlupfwinkels. Einen ganz andern Weg schlug der dritte Jüngling ein, Namens Salem. Dieser bemühete sich, vor allem dieses reiche Paradies mit seinem köstlichen Inhalte kennen zu lernen. Mit dem Blicke eines Forschers suchte er die Natur und die Eigenschaften der verschiedenen Vaumarkca