Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 15)
- Language
- German
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s* und Köstlichsten." Der Ton der Greise war, feierlich. Und die Jünglinge, begierig und rasch, drangen nun in das Innere des Gartens, und Erstaunen und Ueberraschung ergriff ihr ganzes Wesen. Ihre Augen weideten sich an den köstlichsten Gewachsen, an den herrlichen Baumen, lieblichen Blnchen, duftenden Blumen und gewürzreichen Früchten, einladend zum Genüsse. Chöre buntgefiederter Vögel sangen die lieblichsten Melodien und ergötzten das Ohr der Jünglinge, und es schien, als wollten sie diese!« den freundlich bewillkommcn. Von allen Seiten schien eint liebliche Musik zu kommen, gleich dem Zauberspiele unsicht« barer Geister und den Gesängen der Sphären. Anhöhen wechselten mit reizenden Thalern und von den Bergen fioffen sanfte Bache, deren Wasser rein wie Krystall und süß und wohlschmeckend war. Köstlich Erz und Edelgestein schimmerten aus den Bächen herauf, und es hatte das Ansehen, als wenn das Bach - und Flußbette damit geschmückt und belegt wäre. Eine gewürzhafte Luft, rein gleich dem blauen Himmelsäther, wehte ihnen in sanften Wellen entgegen und stärkte sie mit neuem Leben. Die drei Jünglinge verweilten hier in ungestörter Eintracht mehrere Monde, und erquickten sich an dem feitenen Genüsse der köstlichen Speise und des lieblichsten Tran« kes, und jeglicher Augenblick— keine Sorge kennend — war für sie ein neues Erstaunen, ein neues Entzücken. — Doch nicht gar lange, so trennten sie sich von einander. Der eine der Jünglinge — man hieß ihn S o l a l — folgte bloß dem Triebe seiner Lust, war unersättlich, seuie«