Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 11)
- Language
- German
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18 Lehre, dir er uns gab — Mosche, der Sohn Am« r a m s, der göttliche Mann. Wie würde ich ohne diesen beseligenden Gedanken, ohne Schrecken an meine Kleinheit denken können! Was wäre ich, wenn mir mein Vater da droben nicht hätte kund thun lassen: ״Du stammest von mir; mein Bild an dir tragend, kannst du heilig sein wie ich, gerecht wie ich, weise, vollkommen, und wan« dein in m e i»e n Wegen. Jetzt weist ich, w e m ich angcho're, und was das ununterbrochene Streben bedeutet in meiner Brust, immer höher zu kommen. Freilich sage ich mir oftmals in dem Gefühle meiner Abhang vjfeit und Schwache: ״Dieser Svnnenwirbel ist ein Sandkorn; diese Erde ist ein Staub, ein Punkt; und ich auf dieser Erbe — was bin ich?" Aber mir gebricht es auch nicht an einer befriedi» gruben Antwort zu dieierFrag:", daß das mich z» etwas macht, das; ich die Ordnung empfinden und in derselben bis zu dem Anfänge aller Ordnung hinaufsteigen kann. Au einer solchen Hoheir bin ich bestimmt, und der will ich iruiner näher zu kommen suchen. Ich will nicht eher ste« hcn bleiben, als bis ich der Schönheit zu ihrer ersten Quelle gefolgt bin. Da soll meine Seele ruhen. Da soll sie, in allen ihren Fähigkeiten beschäftigt, in allen ihren Trieben vergnügt, satt von göttlichem Lichte und entzückt in den Decehrungen und Anbetungen der obersten allgcmei. nen Vollkommenheit, alles Niedere und stch selbst ver« gessen." — ') Ja, daß ich dicß vermag, daß ich in einem so inn!« gen Verhältnisse zu meinem Vater im Himmel stehe — diek *) Spalding.