Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 12)
- Language
- German
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19 macht meine Bestimmung groß und erhaben. Durchdrung:n von diesem Gedanken, giebt es nichts im Himmel und aufErden, was mich Niederschlagen und elend machen könnte. Alles, was sich mir ereignet, zweckt zu meinem Besten ab, ich siede unter dein unmittelbaren Schutze der Gottheit» in deren Arme ich mich werfe. Auch da» wo idrr Wege Nacht und Dunkel sind, will ich sie anbeten und selbst die unauflöslichsten Rächst! verehren, die sich mir entgegen stellen. — Ich sehe nur einen Theil des großen Ganzen, und zwar einen nur sehr kleinen Theil; der weit größere liegt jenseits meiner Sinn« verhüllt und verborgen; mein Geist, der ewige, un« sterbliche wird ihn schäum. Und eben deshalb, weil so vieles unaufgelöst und unentwickelt noch hienicden bleibt» muß die Auflösung und Entfaltung meiner Seele aufbcwahrt bleiben. Ware mir alles in diesem Leben schon klar und entworren: ich würde mit weniger Zuverlässigkeit ein künftiges Leben glauben. Jetzt aber ist und blribt mir Gott und Unsterblichkeit ein unzertr ennlicher Gedanke: Ich werde sein und muß sein, weil Gott ist, weil Gott bleiben wird!! — Die verschiedLneir Ansichten, die die Menschen von ih. rer Bestimmung haben, suchte mir der Vater in folgender Erzählung zu veranschaulichen, die er aus einem alten hebräischen Buche *) entlehnt und für mich bearbeitet hat. ״) Aas dem rühmlielist bekannten hebräischen Werke: rnov (E k e b a,) von Rabbi Isaak. V s D. H