Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304642-2306980--04081-2307163- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
17 Hindernisse in den Weg stellen und mir die Ausübung des Guten zu erschweren suchen, und meinen sittlichen Charak« irr auf dir Probe stellen. — Ich will den Kampf bestehen und gelautert aus ihm hervorgehn, weil ich es fühlt und inmgst überzeugt bin, ״Daß Unschuld Früchte trägt, Ein Gott auf Erden Richter ist!" Jetzt weiß ich es in voller Klarheit — ich brauche nur unparthtiisch auf den Richter in meinem Innern zu wer« ken — daß nicht Geld, nicht Sinnenlust und eitler Tand, son« dern Recht und Ordnung, Freiheit und Pflicht dir wesentlichen Bestandtheilr meiner Bestimmung auSma« chen. Ohne sie verdient bas Leben seinen Namen nicht, und nur in und mit ihnen bin ich geehrt und groß. Ohne sie bleibe ich äußerst mangelhaft und fühle überall Leeren, die keine Macht auszufüllen vermag, mit ihnen nähere Kt) mich dem Urbilde des Wahren und des Schönen, dem Jeralgcbilde der wahren Vollkommenheit. — Welch ein hoher himml scher Gedanke, durch m i ch selbst, durch mein Thun und Lassen dem allererha« bensten Wesen ähnlich zu werden, meinem Gotte gleich zu kommen an Frömmigkeit und Tugend! Himmel! der, der zuerst diesen Gedanken faßte und aussprach und lehrte und niederschrieb — war kein gewöhnlicher Sterbli« cher, war der Weisen größte und beste! Wie entzückend für mich, e!ne Israelitin, daß es gerade e!n Mann aus meinem Volke war, der sich zuerst zu dieser Idee erhob und fit zum Grunde legte der 1v. 2ahrz. a. Band. B I