Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruchstück aus dem noch ungedruckten Werke " Selima's Stunden der Andacht und der Weihe für gebildete Israelitische Frauen und Mädchen"
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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am meisten darauf bedacht war, denselben auf alle mögli» che Weise — wenn auch unter dem äußern Scheine der Anständigkeit — aufzuwarten und zu schmeicheln. Oft, za immer fragte ich mich, wenn ich die Säle verlassen hatte, in welchen die rauschenden Freuden wohnten: Hat das genossene Vergnügen auf meinen Geist und meinen Körper wohlthätig gewirkt? vielleicht nur auf einen derselben? vielleicht auf keinen von beiden? Ist mein G e i st dadurch gebildeter, mein Geschmack verfeinerter, mein sittliches Gefühl veredelter ge« worden? Habe ich an Ruhe und Heiterkeit des Ge« müthes gewonnen? Oder, sind etwa Neigungen in mir geweckt worden, die ich vorher nicht kannte, und welche — wenn sie nicht schnell erstickt werden, — gefähr«!ich werden können? Ist keine der mir obliegenden Pflichten dadurch ver« letzt worden? Habe ich meinen Stand, meine Familie, mein Vermögen, meine Ehre, meine Gesundheit dabei be« rücksichtigt? — Aber nicht immer, und ob ich gleich mit der abge« messcnsten Mäßigkeit jede dort sich mir dargebotene Freu« de genoß, war mein besseres Ich mit den Antworten zu den gethanen Fragen ganz zufrieden. Doch, darf ich von mir selbst auf alle Andere schlir« ßen? — Ich muß meine Untersuchung fortsetzen. Ich kenne viele und habe auch von meinen Eltern und Freunden viele nennen hören, welche es sich recht angele«