Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Orobio
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 421 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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42 l Nicht wenige Male schien er unter diesen Martern zu erliegen, indem er oft in Ohnmacht fiel und fast tobt von der Folterbank wcggetragen werden mußte. Aber so groß auch die beharrliche Unmenschlichkeit dieser Leute war, so ward diese Beharrlichkeit doch noch übertroffen von der Ge» duld und fast übernatürlichen Aueharrung dieses Unglück« lichen, indem ihm keine Marter zu schmerzlich und keine Qual zu unerträglich war, die er nicht erdulden wollte, um seine Familie von dem gräßlichen Feuertode zu retten, der bei seinem Geständnisse auch ihnen bevorgestanden sein würde. Als nun alle diese abscheulichen Versuche fruchtlos ab« liefen, und alle jene bösen Mittel, ihn zum Scheiterhaufen zu führen, vergebens waren, so sahen sich die Jnquisi» tionsmitglicder unwillkührlich genöthigt, ihn frei zu spre« chen und los zu lassen. Er zog sich hierauf auf einige Zeit nach Toulouse zurück, wo er, sowohl als Arzt, als auch durch seine philosophischen, vorzüglich metaphysischen Vorlesungen, die Bewunderung aller Gelehrten auf sich zog. Er hatte nämlich — wie Hugo Erot 1 us *) und *) Hugo Grotius, der größte unter allen niederlän« bischen Gelehrten, hatte auf die Kultur der meisten Wissenschaften den mächtigsten Einfluß, und sein durch« dringender großer Geist machte ihn in allem, was er unternahm, gleich bewundernswürdig und verdienstvoll. Er war zu Delft!58Z geboren, wurde schon im sichzehnten Iabre Doktor der Rechte, und erwarb sich durch viele Schriften schon damals einen ausgezeichneten Rubin Er erhielt dann das Svndicat von Rotterdam, wurde aber, weil er die A rm en ia n er, eine religiöse, vom da maligen Erbstattbalter verfolgte Sekte> sehr lebhaft t ci