Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Orobio
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 420 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Er wankte vielmehr keinen Augenblick in 'dem einmal ge. faßten Entschlüsse, Alles für seine Religion und für die Erhaltung feiner Verwandten zu dulden und zu ertragen. — Drei Jahre nach einander, den Sonntag ausgenommen, hatte er fast täglich die gräßlichsten Martern auszuhaltcn, und die schaudererregendsten Schmerzen zu ertragen. Die Grausamkeiten wurden so weit getrieben, daß er fast de» Verstand verlor und in Wahnsinn gerieth! — In dieser schrecklichen Lage schrie er gewöhnlich: ״Sehet meinen ״wundenKörper an, meine eiternde Glieder, bin ich denn ״wirküch Orobio, der unglückliche Orobio?" Als er nun bei seinen Aussagen beharrte, und nichts gestehen wollte, was dem Wunsche der Inquisition entsprechen konnte, so beschloß diese, durch noch größere Martern das heraus zu pressen, was die vorhergegangnen ihm nicht abzuzwingen vermocht hatten. — Er ward hierauf in einen noch schlimmern Kerker geworfen, wo Torturen, die das felsenhärteste Her; erweicht und zum Mitle>den bewegt haben sollten, über ihn verhängt wurden. Man band an zwei Finger einer j:den seiner Hände, Stricke, und hing ihn, nachdem man ihm an jedem Fuße eine über achtzig Pfund schwere Metallmasse befestigt hatte, i» die Höhe, wo er herabhan« gend immer gegeißelt und gepeitscht wurde! — Mit die« sem nicht zufrieden, band man »hm Stricke um die Hände und Füße, und zog diese, vermittelst daran befestigter c!. ferner Ringe so fest zusammen, daß der ganze Körper voll tiefer Wunden wurde. Das Blut drang durch die Finger und Zehennägel und bespritzte die in ihrem schrecklichsten Verfahren unermüdeten Inquisitoren. —