Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Orobio
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 3)
- Language
- German
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419 Israels sei, äußerte er feinen Unmuth, die Fnndamen« talgesetze der mosaischen Religion nicht erfüllen zu können. ״Nein," sagte er oft zu sich selbst, ״nein, ich will nicht ״länger meinen Gesinnungen Zwang anthun, ich will nicht ״länger meine Gefühle in diesen Sklavenfesseln schmachten ״lassin! Aber wem soll ich mich anvertrauen? Wem kann ״ich mein Vorhaben entdecken, und in wessen Schooß mein ״.Her; ergießen? Lauern nicht überall die Diener der In״ ״qnisition? Bewachen diese niclK mit Argusaugen jeden ״meiner Schritte? Aber, Gott! Du sollst mein Zeuge ״sein — fuhr er fort — daß ich, es kost« auch was es ״wolle, dieses Zwanges eherne Ketten sprengen, und die« ״ser Tyrannei diamantenen Bande mich entledigen werde." Aber vereitelt ward der Gedanke, sich nach einem Orte zu begeben, wo er seinem vorelterlichen Glauben gemäß le« den und dessen Vorschriften beobachten könnte; denn als er einmal eines der Gesetze befolgte, welches seine Religion ihm vorschricb, ward er von einem Häscher des Jnauisi« tioustribunals ergriffen, diesem Gericht übergeben, und augenblicklich in den schrecklichsten Kerker geworfen. — Hier wurde er mit centncrschwcrcn Ketten belastet, welche fingerdicke Wunden in seinen Körper drückten, und in Fesseln geschmiedet, die ihm die Bewegung aller seiner Glie« der raubten. Keine Qualen wurden gespart, keine Mar« tern, keine Torturen vergessen, ihm das Gestandniß abzu« zwingen, daß er der mosaischen Religion zugethan sei und ihren Grundsätzen nachgelebt habe. Aber nichts war »er« mögend, seine Standhafligkeit zu erschüttern, nichts m« Stande, seinen Muth zu beugen oder nur sinken zu machen.