Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Orobio
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 418 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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zu feinem Leibarzt mit einem sehr ansehnlichen Jahrgehalke ernannte. Aber kaum hatte er einige Jahre diesem Posten vorgcsianden, als er Spanien verließ und nach Paris ging, wohin Ludwig Xllf. ihn als Leibarzt berufen hatte. Die» fer, von seinen vielseitigen Kenntnissen durchdrungen, cm* pfing ihn mir vieler Güte, überhäufte ihn mit Geschenken, und verlieh ihm den Hofrathstitcl. Er bekleidete diesen hohen Posten lange Zeit mit vielem Ruhm, bis er, des damit verbundenen Zwangs müde, diese Stelle niederlcgte und nach Toulouse ging, wohin er als Professor der Arzeneiwissenschaft berufen wurde. Nach einem Aufenthalte von mehrern Jahren verließ er diese Professirr und ging nach Sevilla, seiner Vaterstadt, zurück, für die er immer besondere Vorliebe und ungemeine Anhänglichkeit hatte, und welche auch um so gegründeter waren, da sich seine Familie und seine Jugendfreunde, die er sämmtlich zärtlich liebte, in dieser Stadt befanden. Aber der Zustand, in dem er sich in Ansehung seiner elterlichen Religion befand, verbitterten ihm nicht wenig die Freuden des Lebens und trübten in keinem geringen Grabe die Stunden seines Daseins. Ja, in vollen Zügen mußte er den Kelch der Leiden leeren, indem es ihn bei sei« nem frommen Charakter und bei seiner religiösen Denkungs» art nicht wenig schmerzte, die Gefühle seines Innern stets verbergen und die Empfindungen seines Herzens immer verheimlichen und verläugnen zu müssen. — Schon in seiner Jugend, als seine Eltern und Lehrer ihm heimlich vertraut hatten, daß er aus dem Stamme