Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Orobio
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 417 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304641-2306379--04018-2306906- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4*7 VI. O r o b i o. Don Balthasar Orobio ward ungefähr im Jahre lü2o zu Sevilla in Spanien geboren. Seine Vorfahren, gezwungen die christliche Religion anzunehmen, waren, so wie ihre Nachkommen, dennoch nichts weniger als achte Christen; sondern sie zeigten vielmehr, — wie dies; gewöhn« lich der Fall zu sein pflegt, — bei ihrem Zwange noch mehr Anhänglichkeit als vorher an ihrem angestammten Glauben, dem Judenthume. — Von seiner zartesten Kind» heit an große Anlagen verrathend, widmete ihn sein Vor« mund, ein Geistlicher, dem gelehrten Stande. Nächst der Medicin, der er sich vorzüglich widmete, kultwirte er auch die Philosophie, freilich jene Philosophie, die in ganz Sparrien damals die einzige war, und die, wie aus seinen Schriften erhellt, größtentheils aus scholastischen Sophis« men und spitzfündigen Kontroversen bestand. Cr zeichnete sich auch wirklich in diesem Fache der Gelehrsamkeit so vor» rheilhast aus, daß er bald nach Beendigung seiner philo« sophischen Studien, Lektor der Mataphysik an der Univer« sität zu Salamanca wurde. Kurze Zeit darauf ließ er sich in Alcala promoviren und erhielt den Doktorhut mit vieler Auszeichnung und in sehr schmeiel>elhaften Ausdrücken. Der Ruf seiner Geschicklichkeit als Arzt ward in kurzer Zeit so groß, daß Philipp kV., König von Spanien, ihn