Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Verbesserung der kirchlichen Verfassung der Israeliten in den Königl. Preußischen Staaten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 394 (sequence 14)
- Language
- German
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394 verrichtet werden müssen. Wie? fvi:(; Efta, der gewandte Kenner der mosaischen Eucher, Daniel, Hanania, Missaei, Asaria, Cerubabel und die übrigen Senioren, deren Zahl sich nach dem Talnind auf 120 belief'), welche alle Antheil an dieser Arbeit haben sollen, so mibe, kannt mit dem Geiste der hebräischen Sprache gewesen sein? Sie, wenn sie nicht die Verfasser der ganzen Massora waren, doch einen sehr großen Theil an diesem Riesenwerke haben, sollten nichts edleres, crhabiieres in hebräischer Sprache haben hervorbringen können, als diese!8 Segens« spräche? — Dem sei wie ihm wolle, so ist cs gewiß, daß das Beten in hebräischer Sprache ke-inesweges aus religio, sen Gründen eingeführt worden; sondern es war politisch nothwendig, die Nationalsprache wieder hrrzusiUIen. Nie ist auch den Talmudisien ein Skrupel darüber cingekommen, daß die Gebete durchaus nur in der heiligen Sprache verrich. tet werden sollen. Es heißt vielmehr ausdrücklich: das Schmaunb bitTephilla dürfen in jeder Sprache, die man grammatikalisch versteht, recieirt und gebetet werden. Nun können aber, nach unserer j tzigen bürgerlichen Ver. fassung, nur sehr wenige es in der hebräischen Sprache so weit bringen, daß sie von einem Gebete in dieser Sprache ergriffen und zur Andacht gestimmt werden sollten; die Landessprache hingegen, deren wir uns im Umgänge bedienen, und nun auch in allen öffentlichen Verhandlun. gen bedienen müssen, ist unsere Muttersprache geworden, in welcher die Bildung unserer Kinder und die Entwicke. lung ihrer geistigen Kräfte den Anfang nehmen müssen; Mi'jilla 17, 2.