Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Verbesserung der kirchlichen Verfassung der Israeliten in den Königl. Preußischen Staaten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 13)
- Language
- German
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über die Sprache, in welcher das Gebet verrichtet werden soll. Das eigentliche Gebet oder Sd11m,״e E-fre, rühret, wie bereits erwähnt, wenn gleich nicht historisch dargetban, doch der Tradition nach, von Esra her. Dieser fan'׳ nam« lich die Nation in der tiefsten Unwissenheit, so daß sie we« der die hebräische noch irgend eine andre Spracht richtig sprechen konnte, und sich im Gebete» in der Unterhaltung mit Gott, weder richtig noch anständig auszudrücken ver« mochte. Er erachtete es daher für nöthlg, Gebete» die sonst ein jeder so oft, in welcher Sprache und Ausdrücken es ihm beliebte» nachdem der Drang seines Herzens sie erforderte, verrichten konnte, vorzuschreibe». Da nun daS Volk keine einzige Sprache verstand, die Verbrri« lung der hebräischen Sprache aber, welche bekanntlich mit der chaloäischen sehr nahe verwandt ist *), zur damaligen Errichtung des neuen jüdischen Staates, und zur Erhal« tung der Nationalität unumgänglich nölhig war, wie hätte Esra eine andere als di« Nationalsprache in dem Tempel des Herrn einführen können? Gehen wir aber einen Schritt weiter und betrachten die Einkleidung des Gebets, die Po« pularität des Ganzen, d>e unhebraischen Wörter und Lon« structionen in demselben, so könnten wir leicht auf die Vcrinuthunq geralhen, daß dieses Alles nicht vom Verfall der hebräischen Sprache zur damaligen Zeit herrühre; son» dern es war vielmehr Absicht des Verfassers, die Gebete für das Volk in der Volkssprache zu verfer« t i g e n, und es ließe sich vielleicht gerade hiervon einen Be« weis führen, daß die Gebetein der Landessprache * לא גלו *עראל לבנל. E e IV. Ichrg. 1, Band