Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Verbesserung der kirchlichen Verfassung der Israeliten in den Königl. Preußischen Staaten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 390 (sequence 10)
- Language
- German
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ab und war betrübt; aber nichts von Gebet׳». Moses selbst betete, so'knle Gott mit dem Volke aus, aber dem Volke legt er keine Gebete auf. Selbst in beiden großen Vereidigungen, Levit. 26. u. Dentpr. 28 , wird von Gebe« tcn eigentlich nichts erwähnt. Nur Deuter. 4, 29. heißt es: ״wenn es dir in Feindes Land übel ergeben wird: ״da werdet ihr dann den Ewigen euern Gott suchen rind ״auch wiederfinden: wenn ihr nämlich ihn von ganzem ״Herzen, von ganzer Seele verlangen werdet." Von dem Gebraucht aber, täglich drei mal zu beten, konnten die scharf, sinnigen Talmudisten unter allen mosaischen Gesetzen keine Spur finden, und erklärten mehrere Mal aus« drücklich, daß dieses nur Satzung der spätem Rabbinen sei. — Dieß mag genug sein, um zu beweisen, daß wir uns bei Umformung unseres Gottesdienstes nicht an me« saische Verordnung vergreisen. Laßt uns aber auch die Gebete zur Zeit der Talmudisten betrachten. Zur Zeit der Talmudisten bestanden die Verrichtungen in der Synagoge, außer dem Vorlesen und Erklären kleiner Abschnitte der mosaischen Tücher an gewissen Ta« gen, in der eigentlichen 'i'ephilla oder Schmone Esfre, und in dem Sclnna. Alles übrige in unfern täglichen Gebeten, von denen auch manches im Talmud gar nicht er« wähnt wird, ist nicht zur allgemeinen Norm geworden, wenn es auch bie und da ein Talmudist unter seine Ge« bete anfgenommcn bat.'׳) Vieles unter unfern aufqcnom« menen Gchetsformeln, wird nach den Begriffen des Tal- ') Man sehe Schab 1x8, 3, Rasclii z. d Stelle.