Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Verbesserung der kirchlichen Verfassung der Israeliten in den Königl. Preußischen Staaten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 6)
- Language
- German
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?86 - krönen. Ich rufe jedem Mosaisten brüderlich 'zu: ״Sei ״getrost, unb last uns stark sein für unser V o l k und für ״die Stätte unseres Gottes; der Herr aber chue, waS ״ihm gefällt".- Fern von allen eigensüchtigen Anmaßungen, über den Werth oder Unwerth einer durch Jahrhunderte stch er« haltenen Verfassung entscheidend aburtheilen, oder gar bif« tator sch eine neue an ihre Stelle verschreiben zu wollen; nochmehr fern von aller Polemik, di«, wie ich glaube, nir« gends mehr am unrecht!» Orte ist, als in religiösen An« gelegenheitrn, wo es nicht auf Gewalt und Ansehen, son« dern auf Belehrung eines Bessern, auf innere Ueberzeugung ankommt; in der reinen Absicht, meine Ideen vom jetzigen moralisch - religiösen Zustande unserer Glaubensgenossen zu der bürgerlichen Verfassung derselben in den Königlich Preußischen Staaten, der öffentlichen Prüfung unbefangener Beurtheiler darzulcgen, wende ich mich zuvörderst an Sie, lieben Dru« der mosaischer Confession. Dir Sache betrifft zunächst und unmittelbar uns, unsere Mitbürger anderer Cenfessionen aber nur mittelbar und in sehr entfernter Beziehung. Die Religion, die eigentliche, wahre, ist ein inneres, remmvra« lisches, vom Wesen des Menschen unzertrennliches Gut, und hat, in sofern sie nur das Derhältniß zwischen Gott und Menschen zum Gegenstände hat, auf unsere Neben« Menschen gar keine Beziehung. In sofern aber der Ein« fluß der Religion und ihrer äußern Verfassung auf den sittlichen und moralischen Charakter des Menschen unausbleiblich ist, in sofern betrifft sie auch unsere Nebenmenschen außer uns. Es muß demnach zwischen Kirche und Staat, so unabhängig von einander sie auch zu sein scheine», ein