Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Tod Sauls oder die Hexe zu Endor
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 6)
- Language
- German
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335 Sah' ich den Edomiten, Doeg» schreiten; Der öfters, rückgewandt, Behutsamkeit Und tiefe Stille zu empfehlen schien. Von diesem Anblick heftig aufgeschrcckt. Eilt' ich die Treppen rasch hinab, und weckt' Aus ahnungslosem Schlaf die Meinen aus. Doch ach, ju nah schon war das Gräßliche; Verderbend zeigte sich der Würger schon. Da fiel mir, wie von einem Geist ins Ohr Geflüstert, meines Vaters Weisung ein; Und, mich und Alles rings vergessend, flog Ich durch den Vorhof schnell dem Tempel zu, Der Urim Heiligthum daraus entwendend. Die Mauer klomm ich dann hinan, hinab; Setzt über vieler Garten dvrnigte Umzäunung weg, und sah mich bald im Freien. Hier macht' ich halt, und hörte schaudervoll Das Mordgeschrci und laute Wehgeheul, Durch Nachtesdunkel, grausend zu mir dringen. Wie gerne hätt' ich da nicht umgekehrt! Wie gern der Meinen Opfrrtod getheilt! Allein in Sicherheit mußt' ich den Schatz, Den heil'gen, den ich bei mir führte, bringen; Und seine Rettung machte meine mir zur Pflicht. Ich floh — unstät — durch Sand und Wüst', in Durst« Und Hungersqualen; denn nicht unter Menschen Wagt' ich den scheuen Pilger. Fuß zu setzen. Da kam ich endlich nach K e i l a, wo Mit seinen Mannen damals David hauste. — Kaum sah der mich, und hörte das Entsetzliche,