Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Menschenfreundliche Charakterzüge
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304641-2306359--03898-2306816- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
?27 auf dir Hosen brütend, sind die einzigen, die ich habe: gebt beides eurem Freunde, nebst dieser Kleinigkeit. Hier griff er in die Tasche und gab dem Juden — da er seiner Wohlthätigkeit wegen selbst unbemittelt war — wahr, fcheinlich sein ganzes baarrs Vermögen Daniel eilt mit dem.Erhaltenen zu feinem Freunde, der es überrascht und gerührt empfängt, Und dem edeln ' Pfarrer sogleich danken will. Jener aber, welchem der Wohlthäter Verschweigung des Namens anempfohlen hatte, hält ihn mit Mühe zurück. P. reist ab, und kommt nach einigen Wochen nach S., wo eine zahlreiche Judenschast wohnt. Da er in sei« nem Absteigquartier den Wunsch geäußert, bei einem Ju« den als Hauslehrer angestellt zu werden, so wieS man ihn an den reichen R., welcher gerade einen solchen suchte. Er geht dahin, und stellt seine Person und Angelegenheit vor. R. thut einige Fragen an ihn» und wendet sich bann in französischer Sprache — deren Keuntniß er bei dem abgerissenen P. nicht vermuthete — an seine Frau. ״Der Mensch, sprach er, scheint Geschick genug zu haben: nur gefallt mir seine, gar zerlumpte Kleidung nicht." — ״Nicht doch, versetzt die Frau — gleichfalls franzo'sisch — ich sehe an ihm ein sehr reinliches Hemd, welches einen ehemaligen Wohlstand verrath. Werweiß, durchweiche llnglücksfälle der Arme in seine jetzige Lage gerathcn ist." — Diese Bemerkung veranlaßte P. französisch zu antworten, und in dieser Sprache seine in der That hr« weglichen Schicksale zu schildern. Die beiden Eheleute,