Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Linguistische Analekten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304641-2306358--03890-2306810- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
der die auszudrückcnde Handlung gewöhnlich begleitet, und sind gleichsam periphrasiische Schilderungen, anstatt ein« facher Ausdrücke, aber das Zeitwort segnen drückt der Hebräer mit dem Worte ברף aus, welches seiner radi« kalen Abstammung nach knien heißt, weil man vvrmalS gewöhnlich kniend und die Hände gen Himmel faltend segnete» es heißt also eigentlich: kniend jemanden vom Ewi« gen Gutes erflehen (welch ein erhabenes Bild in einem einzigen Worte!). So heißt das Zeitwort r i n« gen (von אבק) eigentlich, Staubwolken in die Höhe treiben. Das Zeitwort קטר räuchern (von קחד) mit Dampf die Luft benebeln. Das Zeitwort ל*1ץ spot« ten (von ע לרז verdrehen, die Lippen höhnisch verzerren. Das Zeitwort215) stehlen (von כנף) (man sehe Je« saias Kap. zo. v. 20.) unter dem Zipfel des Kleides ver« borgen etwas davon tragen. Es schien mchrern Exegcten des Pentateuchs höchst ungereimt, das Zeitwort עשה in der Stelle ועשתה את צפרניה (;. Buch Mos) mit weg sch neiden zu überse« tzen» und doch bedient sich der Franzose seines Zeitworts faire auf eben diese Weise in den Redensarten faire la darbe, faire les cheveux. Es ist bemerkenswerth. daß die Morgenrötbe in vier verschiedenen Sprachen nach vier verschiedenen Farben be« nannt wird; denn der Hebräer nennt sie ׳שחר ein Name, der seiner radikalen Abstammung nach den Begriff Schwär« z r mit sich fährt; der Italiener aber belegt sie mit dem Namen aiba, welcher vom lateinischen »lbu» weiß, abge« IV. Jahr1 .״- Band. Z