Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Linguistische Analekten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 320 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Z20 Franzose und Engländer aber alles Eßbare mit dem Na- Vien viande, meat (Fleisch) benennen. Der Gebrauch, den Ucberbrinzer einer frohen Bot« schüft mit einer kieinen Belohnung zu erfreuen, war fast bei allen alten Völkern gemein. Bei den Hebräern scheint diese Belohnung gewöhnlich in einem Stück Fleische be« standen zu haben. Da eine frohe Botschaft bringen im Hebräischen ביער heißt, welches Wort meiner Meinung nach von בער abgeleitet ist. Daß die hebräische Sprache zur Poesie sehr geeignet ist — oder vielmehr, daß ihre Wörter größtentheils an sich selbst schon viel poetisches haben, muß jeder zugeben, der nur eingtstehen will, daß Bilder und Umschreibungen zu den vorzüglichsten Schönheiten des poetischen Styls gehören. Denn die Eigenschaftswörter dieser Sprache sind größtentheils von der Benennung solcher Gegenstände abgeleitet, die jene Eigenschaft in einem vorzüglichen Grade besitzen, und führen folglich das Bild immer mit sich, als אזיום roth, ist abgeleitet von רב Blut — roch wie Blut — צהוב gelb, von זהב Gold, gelb wie Gold, קודר schwarz, von קדר, einem nomadischen Volke, schwarz wie ein Kaderaner, עי״ב angenehm von ערב Abend (im heißen Orient ist dem ermüdeten Menschen nichts angenehmer als der kühlende Abend), lieblich wie der küble Abend, הרה schwanger, von הר Berg, angebläht wie ei» Berg. Ihre Zeitwörter bekommen größtentheils die Denen» uung von einem vorzüglichen charakteristischen Umstande.