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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 1 · p. Seite 239

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 1
Article
Betrachtungen am Neujahrstage, über die Flüchtigkeit, den Wechsel und den großen Werth der Zeit und über die Anwendung derselben
Date
1812-01-01
Page
Seite 239 (sequence 17)
Language
German
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239 erforschllchcn Wegen, die noch kein Fuß gewandelt, und wandeln wird — heute, meine Freunde! laßt uns beson« ders zu Herzen nehmen, daß er, er allein unser Loos an« ordnete und verchcilet; heute wollen wir ganz vorzüglich ihm, unser!» Daker im Himmel, unser Herz offenbaren und mir einem aufrichtigen Gemüthe und mit einem geläuterten Cinn vor ihm erscheinen — vorher aber, so will es der Zweck des heutigen Tages —wollen wir unser Inneres un« tersuchen, ob es frei ist von jedem Falsch und jeder Tücke, ob es frei ist von Bruderhaß und Unversöhnlichkeit, ob Wir es unserm Vater im Himmel zeigen können, ohne zu «rröchen; ob wir's dem zeigen können, der das innerste Innere prüft, und vor dem keine Heuchelei und kein Hoch, muth bestehet; laßt uns, so will cs der Zweck der hcuti« gen Feycr, unfern ganzen Wandel untersuchen, ehe wir den heutigen Neujahrestag beschließen; gehe jeder mit sich selbst zu Rache, blicke zurück, ob er keine mit Thranen gefüllten Augen stehet, zu welchen er Anlaß gegeben, ob er auf keine blutenden Wunden stoßt, die er mit rauher Hand geschlagen, ob er keine Herzen antrifft, die er ge« kranket und beleidigt, ob er keine Brüder wahrnimmt, welche er elend und unglücklich gemacht. Hat er diese Thranen getrocknet, diese Wunden geheilt, diese Herzen beruhigt» und diese Brüder versöhnt» dann» ja dann erst darf er demülhig das Knie vor dem Herrn beugen; daun» ja dann erst darf es die Zunge wagen, sei» Lob und seine Güte und seine Liebe auszusprechen; daun, ja dann erst darf er sich an dem Tage des Herrn, an rem grosin, furchtbaren Tage, dem wir entgegen sehen, an dem hcili. gen Versöhnungstagc dem Throne des Allverztihmdcu nä«

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