Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Betrachtungen am Neujahrstage, über die Flüchtigkeit, den Wechsel und den großen Werth der Zeit und über die Anwendung derselben
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 16)
- Language
- German
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— du imf! schwaches Geschöpf: du irrest blödsichtiger Sterblicher, der du Gott meistern willst! Soven Gottes Wege die demigen seyn? Willst du ihm den Plan;u einer und zu Myriaden von Welten verzeichnen, wie du ihn zu deiner beschrankten Hausverwaltung entworfen hast? Gott leitet, Gott regiert alles! Dicß mag dich, der du im Schooßc des Glückes wohnest und sein Liebling zu seyn scheinst, demüthig und bescheiden machen, damit du nicht mit stolzem Munde rufest: meine Kraft und Stärke haben mir diese Güter gesammelt — wer ist der Ewige? Svrich nicht, rufe ich dir mit den Werren der Prophetin zu, die auf wunderbare Weise den Weg des Wechsels er« fabren hat, sprich nicht so hoch und stolz, kein Spott entfahre deinem Munde, er der Herr, er bricht der S tark u Wehre, und der sonst im Ueberfiuffe lebet, muß nun Dienste irchmcu! — G o t t leitet, Go 1 treg! ert alles! Ließ mag auch dich trösten, der du vom Gc» schicke verfolgt wirst und dich elend wähnst — sollte der, der das Schicksal lenkt, keine Freude, keine Rettung mehr für dein zerknirschtes Herz haben? Ist es nicht der Herr, der da tobte: und belebt? Ist's nicht der Herr, dev arm macht und reich? Ist's nicht der Herr, der ernie« drgt und wieder erhebt? Ist's nicht der Herr, der de» Geringen vom Staube aufrichtet, den Dürftigen von Koth erhebt» neben Vornehme ihn zn setzen und der Ehre Sitz ihm znzurheilcn? — Gott leitet, Gott regiert alles! mag uns besonders heute zu Gemüthe gehen. Heute, wo unserer heiligen Religionslehre gemäß, der Herr auf dem Throne des Rechtes sitzt und das künftige Menscheu ׳Schicksal bestimmt, nach unbegreisiichrn, nachm»