Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Betrachtungen am Neujahrstage, über die Flüchtigkeit, den Wechsel und den großen Werth der Zeit und über die Anwendung derselben
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304641-2306343--03783-2306726- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2?7 nicht dir Schatze seyn, nach welchen wir e 1 nzig und allein streben sollen. Können wir nicht mit Zuverla» ßigkcit auf die Güter der Erde bauen, finden wir nichts, das wir mit Recht-für das nnsrige halten können, o so laßt uns, meine Freunde, nach Gütern trachten, die ewiger, unsterblicher sind, die wir nicht mit jedem Hauche zu verlieren in Gefahr stehen, die wir in und mir und bei uns zu jeder Zeit und in jedem Verhältnisse tragen können, die wir nicht auf dieser Erde zurücklassen, sondern, die wir mitnehmen in eine andere Welt, für ein besseres, se» ligrres Leben; es sind die Güter des Geistes und des Herzens, mein andächtiger Zuhörer! Es ist der Glaube an ein ewig waltendes Wesen und an die ewig dauernde Tugend, «s ist die Ausübung dieser Tugend und das Bestreben, so viel Gutes um uns her zu schaffen, als wir im Stande sind; es ist das Bemühen bei der Aus» Übung derselben nicht still zu stehen, und d c m immer ähnlicher zu werben, der uns nicht für diese kurze Spanne Zeit, sondern für eine Ewigkeit geschaffen und für eine Ewigkeit gebildet hat! — Gott ist's, der diesen Wechsel schafft und Herr des Schicksals ist, scy endlich die dritte Lebensregel, welche wir beherzigen wollen. Wir stehen nicht etwa, wie rin ganzes Heer von Thoren leichtsinnig wähnt, wir stehen nicht unter der gewaltigen Herrschaft «iues blinden Zufalles, sondern unter der sanften Vater» regierung des allsehenden Gottes. Und mag dir der Wech» sei der Dinge noch so unordentlich und regellos scheinen