Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Betrachtungen am Neujahrstage, über die Flüchtigkeit, den Wechsel und den großen Werth der Zeit und über die Anwendung derselben
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 14)
- Language
- German
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36 wieder m wenigen Minuten stürzt der Donner herab, und der schnelle B'itz entzündet den Zauber - Paüast deiner ein» gebildeten Würden! Sey nicht so sorglos,Leichtsinniger! denn wahrend du ganz unbekümmert auf dem Meere der Genüsse herumschissest, erhebt sich ein wüthender Sturm undschlcu« dert dich sammt deinem gebrechlichen Fahrzeuge an tau« send Klippen und arm und verlassen stehest du nun hier, erwachst aus deinem Traume und erkennst wie wenig dein war, was du so sicher zu besitzen gewähnt hast. — Aber auch du Armer und Mißvergnügter, der du dich Unglück« lich nennest, auch du irrest, wenn du in deiner traurigen Lage gänzlich verzagst und die Erde für einen Aufenthalt der Schmerzen und der Thronen und Wunden erklärst; stehest du nicht, wie alles'sich ändert und allewechselt, wie die Gestalten und Formen der Dinge mit einander tau« schcn? stehest du nicht, wie nahe Grab und Geburt, Blü« hen und Welken, Besitz und Mangel liegen? Sichest du nicht, wie der eine fallt, und der andere steigt — auch d u kannst ln einem kurzen Zeitraum deine Gestalt und deine Lage andern, und den Tag der Auferstehung von Niedrigkeit zur Höhe recht bald erleben — trockne deine Thrancn, armes, gebeugtes Herz, und erhebe eS froh. — Setze dein Vertrauen nicht aufdie Gü« ter der Erde und erkenne außer ihnen et« was Besseres, etwas Dauerhafteres, ist die zweite große Lehre, dir wir aus dem ewigen Wechsel der Dinge ziehen: da Reichthum, Kraft und Würden, da Ehre und Ansehen so vergänglich sind; so können dieß