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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 1 · p. Seite 228

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 1
Article
Betrachtungen am Neujahrstage, über die Flüchtigkeit, den Wechsel und den großen Werth der Zeit und über die Anwendung derselben
Date
1812-01-01
Page
Seite 228 (sequence 6)
Language
German
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228 gm, weil er, wenn er seine Tage zählt, doch nicht wissen kann, wie viel seiner Jahre noch sind aufErden, wie lange es ihm ncch vergönnet sevn wird, hienieden zu athmen und zu verwclicn: er wird daher zede» Augenblick als einen kostbaren Schatz betrachten, und ihn nicht in den grundlosen Doden der Ewigkeit werfen, von welcher Tiefe ihn keine Hand wieder heraufzubringen vermag. Er wird ihn betrachten als ein theucres Kleinod, das ihm die Hand der Gottheit anvertrauet, damit er es weislich nütze und Rechenschaft davon oblegen soll. — Wer du auch seyest, mein andächtiger Zuhörer! der du über den Werth deiner Zeit noch nichtgehörig nachdachtesi, und gedankenlos dahin lebtest, als waren dir tausend Jahre angewiesen und aber Tausend, wenn du diese zurückgelegt hast — wer du auch senkst, fange von heute an, deine Tage zu zählen und sie besser kennen zu lcrnen. Du besonders, Jüngling! fange von heute an den wichtigen Gedanken zu beherzigen: vielleicht ruft mich dee allmächtige Ruf des Todes schon in meiner Blüthe ab; vielleicht bin ich dazu bestimmt hier dieser Blüthe bloß zu pflegen und dort erst Früchte zu tragen; vielleicht ist der gegenwärtige Augenblick der letzte deines ungcwissen Lebens, und in einem zweiten stehest du da, vor dem Angesichte dessen, der Rechenschaft über die dir anvertrauete Zeit von dir fordert. — Wer du auch ftyest, mein Bruder! der du leichtsinnig genug wärest, deine Zeit bloß dem sinnlichen Genüsse, dem Vergnügen des Augenblicks und dem Schlafe zu weihen, der du keine größere Bestimmung kanntest, als die etwa noch unbesetzten Stunden durch fades Gespräch, durch Lügen und Verleumdung, die da-

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