Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Nachrichten aus dem Königreiche Westphalen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 15)
- Language
- German
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kallt zum erstenmale den süßen Vaternamen; sein kleiner Fuß betritt zum erstenmale den befreundeten Boden — dir ersten Blicke seines Geistes durchblitzen die fromme Wohnung — er wachst empor, gedeiht zum Jünglinge— zum Manne, gemußt selbst der Gatten-, der Vater« freuden, reift zum Greife hinan, und — verscheidet. Dieß das andre jener wichtigsten Ereignisse für den menschlichen Geist! Aber hier, beim Hinscheiden, für den gewöhnlichen Kurzblick, keine heitere Aussichten! Statt der Freude der entbundenen Mutter, Thronen der Nachgeblicbencn — statt des Entzückens des Vaters, herzenbclastende Bekümmernisse — angstvolle Zweifel: Ob nicht der edle Geist zugleich m!t seiner abgcstreiften Hülle vermodern müsse dort im schwarzen Grade?! Aber nein! Er wird es nicht! Selbst der Körper tzlüht in neuen Gestalten wieder auf!— So gewiß das schlummernde Kind, (wird cs nicht etwa durch ein zu frühes Loos dahm gerafft) so gewiß dieses schlummernde Kind zum Knaben, so gewiß dieser Knabe zum Jung« linge, so gewiß dieser Jüngling zum Manne, so gewiß dieser Mann zum Greise gedeiht; eben so gewiß schlum« wert der Entseelte nicht für immer; eben so gewiß ist sein I ch nicht jenes abgestreifte Gewand; eben so gewiß entschwebte vielleicht schon dieses Ich der Hülle, welche es bisher umschloß, hi» zu andern Welten; zu andern Welten und, erfüllte es hier seine Bestimmung — zu besseren.