Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Nachrichten aus dem Königreiche Westphalen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304641-2306326--03718-2306689- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
xcc So lcbrt uns bas leichteste Nachdenken. Der Kunst, lcr ^rjlcrt das unbrauchbar gewordene Goldgcfaß — zer« schmilzt es, bereitet aber daraus «ine herrlichere Vase, bestimmt zum Wechrauchdicnste am Altäre des Herrn. Das Saatkorn wird der Muttererde anvcrtraul; es ver. weilt in ihrem Eelwoße; aber bald strebt es, als volle Achrc, wieder empor, und wird der Nettheit, jener hnldvollen, ewigen Güte, die den machtvollen Cherub und das zitternde Blüthenblatt» mit gleicher Milde, schuf, nährt, und erhält, als Dankopfer, im frohgefiochtencn Wcihekranze, dargebracht im inncrn Heilig, thume. — Raube er sich doch immer seinen schönsten Tiost, der selbstmörderische Zweifler; uns soll er de» unsiigcn u!cht rauben! N!cht für planlose kalten wolle!, wir den ewigen Allvater; als jenen Künstler, der sein Goidge» faß umgeußt, als den Saemann, der sein Körnchen der Erde anvertraut. Ne!n, Trost, Hoffnung, Gewißheit, wie sie nur möglich ist, geftllt sich zu j nen ahnungsreichcn Bildern. — Und so stehen wir denn gefaßter an Deinem Sarge, Du guter Enrschlaftner! Gefaßter; denn wir werden uns wieder sehn. Gefaßter; denn Deine Verwaisten finden Stützen, Freunde, Vater. Gefaßter; denn Gott lebt. Seines Geschöpfes wird er nicht vergessen, auch wenn aller menschliche Sinn daS wie nicht j« entrathseln vermöchte.