Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Pestalozzi über Religion
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Wtim ihn itzt in der Mitternachtsstunde der Schlaf fliehet; wenn die gierige Brut, die er ohne Gott erjv« gen, nur auf seinen Tod und auf seinen Raub lauert; wenn seine Kinder jetzt seines Alters und seiner Erschö« pfung spotten, und er da sitzt, an daS Nichts der Erde gekettet, und hinter ihm und vor ihm sonst nichts hat: Dann sichest du, o Mensch! waS der Sterbliche ohne Gott ist; er hat nichts auf Erden, weil er nichts hoffet im Himmel; aber wer Gott fürchtet, hat Alles auf Er« den, weil er Alles hofft im Himmel. Ihm scheinet die Sonne, ihm wölbt sich der sternen« volle Hlmmel, ihm duftet die Blütht des Morgens, sein ist die Pracht des Tages, sein die Milde des Abends, und sein die Erquickung der göttlichen Gaben der Nacht. Das Auge des Jüngliigs lachet Wonne, die Stirn des Mannes ist heiterer Ernst, und die milden Falten des Greises verbürgen die Ruhe der nahenden Stunde seines Todes. Unverführt wallet das sanfte Mädchen, von der Furcht Gottes beschützt, die bildenden Tage seines Frühlings, und enthüllet sich unverdorben, wie im Echooß der schützenden Knospe die schöne Rost sich unverdorben enthüllet. Bescheidenheit und Stille ist die Zierde des Weibes, das Gott fürchtet, und die Arbeit des Hauses ist Wonne in der Hand der Frau, die an Gott denkt, wenn sie für ihren Mann und für ihre Kinder arbeitet Der Segen des Lebens.ist dein Theil, o Mensch, wenn du Gott fürchtest, und in der Stunde des Todes flehest du Himmel und Erde für dich geschaffen.