Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Pestalozzi über Religion
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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175 Damm, erkenne, oMensch! Gottesvergessen, h e i t ist die Quelle des Todes und der Entkräftung der Menschen. Wenn du Gottes vergissest, vergissest du deiner sel. her; denn die Liebe Gottes ist dein Leben» o Sterblicher; sie ist das Band der Kräfte deines Kopfs und deines Her. zens, und die Auflösung dieses heiligen Bandes deiner Kräfte ist die Quelle ihrer Zerrüttung» und ihre Zerrüt« tung gebieret die Sünde, die dich tobtet, o Mensch! Darum Hute der Quelle deines Lebens, und des Bands deiner edelsten Kräfte, und liebe Gott. Siebe dich um, v Sterblicher, und betrachte, was der Mensch ist, der Gott nicht liebet. Setze ihn auf die Thronen der Erden» gieb ihm Ge« Walt über die Kinder der Menschen, laß ihn die Meere der Erden beherrschen, und gieb ihre weiten Ufer alle un« ter seinen Scepter; aber laß den Mann ohne Liebe Got. tes, du wirst den frommen Bettler seines Reichs glückli. cher finden als ihn. Mach ihn noch höher, gieb ihm Engclsvcrstand und überirdische Klugheit, befestige seine Gewalt, daß er un« erschüttert herrsche, und laß ihn glücklich seyn, und seinen Willen auf der ganzen Erd: keinen Widerstand leiden; aber denke ihn unbefestigt von der Liebe Gottes: so wirst du, wenn du deine Seele heiter, und deine Tage ruhig wünschest, nicht wünschen zu seyn, was er ist. Gieb ihm sogar ein Her; voll Unschuld und Liebe, aber laß ihn Gottes vergessen, er wird sein Herz verlie« ren, und sich selbst in seinem eignen Gram verzehren.