Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Pestalozzi über Religion
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Deine Heiligung, Mensch, die Mindemng deiner Sünde, ist der Zweck deines Dienstes. Und das Bild deines Gottes, und die väterliche kehre deiner Priester sind immer nur Mittel zu diesem Entzwecke. . Dein Gott... 0 Mensch! will dich durch Ueberwin« düng deiner Leidenschaften, zur ächten Weisheit des Letens, zum wahren Dienst des Unsichtbaren erheben. Und in eben dem Maaß, in welchem du dich zum wahren Dienst des Unsichtbaren bildest, in eben dem Maaß wirst du dich über den Staub der Fußstapfen des Herrn, welchen die Kinder der Menschen verehren, em« xorheben. Aber wenn du auch zu unterst au den Stufen des Tempels der Weisheit siehst, o Mensch! so höre es dennoch. Für Menschen ist die Lieb e der einige wahre Got« tesdienst; aus ihr allein quillet der wahre Glauben der Menschen. Sie allein führet den Menschen zum Leben. Wo sie nicht ist, da ist Tod und Verderben auf Erden. Der Mensch ohne Liebe ist ohne Hoffnung, und der Elende, den Neid und Haß und Zorn überwältigen, den verfolget Entsetzen. Des Menschen beste Kräfte ersterben, wenn er seinen Bruder nicht liebet, und er liebet seinen Bruder nicht, wenn er Gottes nicht achtet.