Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Pestalozzi über Religion
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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auf den Schößlingen des Weidstocks, und im nicdern Gras des Dodens findet und anbetet: so zürne nicht, Raupe, der Rose. Dein Bruder hat so gut Recht als du, und sein Gottesdienst gilt so viel als der deine. Mensch, warum hassest dn denn deinen Bruder, der Gott nicht dienet wie du? Wenn dich deine Leidenschaften plagen, du Armer! so lasse dich heilen, und brauche nicht den Namen deines Gottes, wen» du in deinem Unsinn wider deinen Druder rasest; er und du sehen die Fußstapfen des Herrn ungleich gebildet. O ihr Menschen! so ungleich ihr dem Herr» dienet, so dienet ihr immer ihm recht, wenn ihr Kinder bleibet eures Vaters, und einander liebet, und einander helfet, den ungleichen Dienst eures Gottes in der allgemeinen Uebercinstimmungen eurer Menschenliebe zu heiligen. Ihr Menschen! warum dienet ihr Gott? und warum fallet ihr nieder ...... als nur, daß ihr euch selber heiliget und reiniget von der Gewalt der Leidenschaften und Sünden, denen alle Menschheit in dem Maaß unter« worfeu ist, als sie Gott nicht fürchten und ihm nicht die« neu? Also ist dein Gottesdienst, Mensch! Hut über dich selber und Echutzwehr gegen deine Gefahren. Dein Gottesdienst, o Mensch'. ist dein eigener Dienst. Und darum, v Sterblicher! ist dein Gottesdienst für dich immer nur in dem Grade wahr, als er dir nützet.