Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Gesammelte Blumen und Früchte zur neuern Sittengeschichte der Israeliten
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
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ter die »aiibcmbm Armen austheilte, brachte mich eine schwangre Frau durch ihren Trotz so in Zorn, daß ich ihr eine Ohrfeige und diese so unglücklich versetzte, daß sie nmficl und mit dem Schlaf auf einen harten Stein traf; sie starb kurze Zeit darauf. Ich war sicher, daß mich meine Gemeinde nicht in die Hände der Gerechtigkeit lie» fern würde, aber ich war in die Gewalt eines mich folternden Gewissens überantwortet." »Ich hatte keine Ruhe, und reifete in der Angst mei« nes Herzens zu einem frommen und gelehrten Rabbi. Dieser schrieb mir die Bußübungcn vor, die ich zu bcob. achten hätte, um meine Unthat zu versühnen. Die har. teste von allen war diese: ich sollte Frau, Kind, Der. wandte, Haus, Hof, Vermögen verlassen, und sieben volle Jahre, ohne sie wahrend der Zeit wieder zu sehn, in Gallut (in Elend und bettelnd) herumirren. Treulich habe ich die Vorschrift des heiligen Mannes befolgt; durch das Zureden der Mcinigcn und besonders dadurch gestärkt, das; einer meiner redlichen Verwandten die Vcrwaltung meines kleinen Vermögens und die Versorgung meiner Familie während meiner Abwesenheit übernahm." ״SechS Jahre meines Herumirrens sind, gottlob! verflossen, und ich hoffe, der Allerbarmer wird mich auch das siebente endigen lassen, und meine bittere Reue gna. big aufnehmen. Ach meine sieben! welche Jahre habe ich durchlebt! Ich bin fast ganz Deutschland durchwandert, jetzt komme ich aus Polen, wo ich viel körperliches Unze, mach erlitt. Allein das Erschütterndste, das meine Kraft