Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 19)
- Language
- German
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91 jedem bessern Streben; nimmermehr wird der Knabe die Kraft haben, solchen Angriffen lange entgegen zu kämpfen. O ihr Weifen des Altcrthums, deren Schriften wir so sehr bewundern, deren Sitten wir so sehr rühmen und zur Nachahinnng anempfchlen, ihr dachtet anders; bei euch fing die wahre Erziehung in dem Alter erst an, wenn sie bei uns geschlossen wird; euch entging cs nicht, daß die Jängliugsjahrr das eigentliche Alter der Geistesbildung sind, und jeder erfahrne Erzieher wird euch bcistimmen! Alle Kenntnisse des Knaben sind nur Bruchstücke, die noch nicht innig verbunden sryn, noch kein Ganzes ausmachen können; erst im Jünglingsalter beginnt die Zeit der Ver« vollkommnung. Diese Ungeduld, diese Begierde nach dem frühesten Gebrauch, verleitet manche Eltern zu einem andern, ebenfalls sehr nachtheiligen Mißgriff. Kinder von 6 — 8 Iahren, die des Tages 6 — ך Stunden in der Schule bcschäf. tigt sind, muffen, wenn sie ermüdet nach Hause kommen, von Neuem unbeweglich sitzen, und bei einem Lehrer lesen und schreiben. In diesen Stunden wird nicht selten den Bemühungen der Schule entgegen gearbeitet; die Aussprache wird unbestimmt, nachlaßig, kraftlos, die Begriffe verwirren sich unter unverständlichen Kunstwörtern, mit denen manche Lehrer, aus leicht begreiflichen Ursachen sehe verschwenderisch sind. Das Schlimmste aber ist der Ueberdruß, die Abspannung der Kräfte, die gänzliche Erschlaf« sung des Denkvermögens, welche eine so anstrengende Be« schästignng mit Gegenständen , die für das Kind nichts An« ziehendeo haben, sehr oft zur Folge hat. Ihr scyd be« G 2