Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304641-2306309--03581-2306576- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
87. feilen, so folgt dem Beispiel eurer Eltern: zeigt ihnen durch euer religiöses Verhal« ten, daß sie euch heilig sind; gewöhnt sie, solche in eurem Dciseyn und mit euch zu verrichten; suchet ihnen die Bedeutung der. selben nach eurem Sinne, begreiflich zu machen. Bald erwacht vielleicht ein religio, s«6 Gefühl, eine Ahndung des Höchsten, in ihren Geinüthern; dann werden sie ohne Ermahnung ein inneres Bedürfniß fühlen, sich mit dem Unsichtbaren zu unterhalten, und ihren religiösen Handlungen eine hö- Here Bedeutung geben. Wenn aber manche Eltern, die sich selbst von allen Fesseln der Religion los machen, und ihre Gesinnung kei» neowcgs vor ihren Kindern verbergen, vielmehr in ihrem Beiseyn und mit ihnen ausdrückliche Gebore unerfüllt lassen, Verbote übertreten, dennoch die Beobachtung ande. rer Ceremonien von ihnen fordern: so sind sie mit sich selbst so sehr im Widerspruch, so unbestimmt in ihrem Wollen, daß sie verdienen, hintergangen zu werden. Sie wollen die Vormauern und Verzierungen eines Gebäudes erhalten, nachdem sie den Grund zerstört haben. Ucberhaupt befindet sich der Lehrer einer Religion, die ihren Bekennern so viele täglich wiederkehrcnde Hand, lungen vorschreibt, und deren Verbote die ganze Lebens» an naher bestimmen und beschranken, in einer mißlichen Lage. Er mag sich stellen, wie er will, seine Lehren wer. den bald von dieser, bald von jener Seite Widersacher