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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 1 · p. Seite 85

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 1
Article
Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
Date
1812-01-01
Page
Seite 85 (sequence 13)
Language
German
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85 Wir lassen alle weitere Untersuchung dahin gestellt seyn, und erlauben uns bloß die Frag-: Auf welche Art seyd ihr mit den Cercmonialgesetzen bekannt geworben? Die Wenigsten unter cud> haben solche in den Quellen studirt, manche verstehen kaum die Bibel, vielwemger den Talmud; was sie in der Schule etwa gelernt, ist langst vergessen: und dennoch kennt jeder alle Gebrauche recht gut, weiß, was deshalb jeder Zeit üblich ist, und wie er sich in allen Fallen zu verhalten habe? Die Beantwortung dieser Fragen ist leicht: Eure Eltern waren eure Lehrer; sie haben euch bei jeder Gelegenheit prak« tisch unterrichtet, und selbst das Beispiel von allem gegeben, wozu sie euch mit u n« erläßlich er Strenge an hielten. Ueberzeugt, daß dieses ihre heiligste Pflicht sey, ihnen allein ganz zukomme, verlangten nnd bedurften sie hierin keines besondern Unterrichts vom Lehrer, der auch in der That nie ertheilt wurde. So dachten eure Eltern; jetzt aber ist es ganz anders. Die Harte und Strenge in der Erziehung hat über- Haupt abgenommen, ist aber bei Manchem in das andere Extrem übrrgegange»; der Religiöse selbst glaubt gegen seine Kinder nachgiebig seyn zu müssen, und erläßt ihnen die Ausübung mancher Gebrauche, zufrieden, wenn sie die wichtigsten Verbote nicht anzutasten scheinen. Er giebl dadurch zu erkennen, wie auch er vom Einflüsse der Zeit nicht ganz unverschont geblieben, und das Interesse der Religion nicht für das Höchste, Heiligste halte, dem jede andere Rücksicht weichen inüsse. Wenn dann der Knabe, der Nachsicht seiner Elrern znverschelich vertrauend.

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