Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 6)
- Language
- German
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78 es nur, ich gehe zu deinem Lehrer," das ist die vielge« brauchte magische Formel, die vermittelst ihrer fürchtcrli« chen und schreckcneiiiflößenden Kraft das Kind leiten, zu« rechtweiscn und abhaltcn soll — ein bequemes Amulet für alle Seelenübel — und die pädagogischen Dienste, die ehe« mals Popanzen, Gespenster und Echreckbildcr aller Art in viele» Häusern leisteten , soll jetzt die Schule ersetzen. Aber kommt denn euer Kind ganz unerzogen in die Schule? Ha« ben seine natürlichen Neigungen und Triebe, ja sein gan« zes Eefüblsystem nicht schon eine bestimmte Richtung, einen gewissen Charakter angenommen? Sind nicht mit den Wir« kungen und Forderungen seines Naturells schon manche Angewöhnungen und erkünstelte Bedürfnisse zusammengewachsen? Bei euch hat es die ersten und stärksten Eindrü« cf? empfangen, die nichts in der Welt gan; ausznlöschen im Stande ist; cs hat schon gelernt, sich über alle seine Bedürfnisse und über viele, außer seiner Sphäre liegende Dinge auszudrücken: welch ein Heer von Eindrücken muß auf selbes gewirkt habe», und wie stark müssen diese Ein« drücke gewesen seyn, daß es die willkührlichen Zeichen der« selben, die Worte, so richtig aufgefaßt und behalten hat; welch einen bedeutenden Grad von Ausbildung müssen nicht Eedächtniß und Einbildungskraft , ja selbst der Verstand schon erlangt haben, eine so große Menge von Tonen in sich aufnehmen, mit einander verbinden, und so kunstvoll gebrauchen zn können. Es ist euch nicht unbekannt, wie schwer cs einem Kinde wird, richtig lesen zn lernen, wenn cs zn Hause bei einen! unachtsamen Lehrer Prwatsiunden gehabt, und tue weit tiefer eingewurzelten, mit dcr Vefrie« digung unentbehrlicher Bedürfnisse, mit den heftigsten sinn«