Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 5)
- Language
- German
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77 Darum soll der Schule Bildung des Verstandes, Ge« Wohnung zum sclbstthatigen Denken und Erweckung edler Gefühle immer cm feststehender Zielpunkt bleiben, den sie bei jedem Unterrichte i!« Auge behalt, und als ihren allgemeinsten und höchsten Zweck mit dem Besonder» eines jeden Gegenstandes zu verbinden sucht. Wenn dann im Laufe des Lebens so manches Wissen wieder verloren geht, so ist doch für Geist und Her; ein reeller Gewinn zurückgeblieben; das innere Leben ist aufgeregt, und cs wird ihm nicht an Anlaßen und Antrieben fehlen, sich vielseiti« ger und tiefer zu eiitfalten. Ein anderer sehr allgemein verbreiteter Jrrthum ist die Verwechselung der Begriffe: Schule und Pcnsions - An« statt, Unterricht und Erziehung. Zufolge dieser Meinung soll die Schule nicht nur dem Schüler mancherlei Kennt« niffe beibringe«, sondern auf alles Fehlerhafte in seinen Sitten und Gewohnheiten, in seinem äußern Betragen und inner» Neigungen verbessern; ihn zum schönen Redner, zum artigen und beliebten Gesellschafter — ein Begriff, über welchen die Erwachsenen selbst noch nicht aufs Reine gekommen sind — ja zum Genügsamen, Mäßigen, Spar« samen und was sonst noch manchen Elter» behagen mag, bilden; sie soll, wie manche gar nicht undeutlich zu erkcn« neu geben, die Eltern des beschwerlichen, von der Natur ihn.» aufgebürdeten Erziehungsgeschasts entledigen, und die Stelle einer guten häuslichen Erziehung ganz vertreten. Daher glauben manche Eltern alles absoluten Gebietcus und Verbietens bei ihren Kindern überhvben zu seyn, auf ihre eigene Autorität ganz Verzicht leisten zu können. ״Thur