Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 3)
- Language
- German
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75 Aber das Kind muß doch Französisch lernen? Das ist freilich eine, der deutschen Jugend einmal aufgelegte Bürde, die aber der ohncdicß heut zu Tage ziemlich bela« denen Jugend erleichtert werden muß. Durch ein metho« disches Verfahren bringt cs der im Anfang langsam fort« schreitende Schüler am Ende eben so weit, als der in sei« nem zarten Alter unter der Last zahlloser Tone fast erlie« gende Knabe, der fremde Wörter und Redensarten, vermittelst der Muttersprache, die er kaum noch versteht, auf« fassen soll. In der That scheint der Hang nach Wortkenutnis« scn und der Werth, der darauf gelegt wird, gar sehr übertrieben zu seyn. Um für einen geschickten Manu zu gelten, bedarf es weiter nichts, als die Redensarten, die in den gewöhnlichen gesellschaftlichen Unterhaltungen den Kreislaufmachcu, m>t einiger Geläufigkeit in einigen Epra« chen ausdrücken zu können, mag übrigens der Geist an allen Kenntnissen noch so leer, noch so beschrankt seyn. Es ist natürlich, daß man an einem Orte, wo die Ge« schäfte viele Verbindungen mit Ausländern herbeiführen, der Kunst sich mit denselben mündlich und schriftlich iit ihrer Sprache zu unterhalten und zu verständigen, einen, auf die Berechnung ihres Nutzens gegründeten Werth, bei« lege: ob aber daö Facit nicht etwas zu groß herauskomme, steht sehr׳ zu bezweifeln; kommen doch andere Völker mit weniger Sprachkenntniß so gut als wir Deutschen in der Welt fort. Dieser Hang nach fremden Tönen zieht ein anderes Ucbel nach sich, das der Deutsche sonst an Ausländern zu F 2