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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 1 · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 1
Article
Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
Date
1812-01-01
Page
Seite 74 (sequence 2)
Language
German
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74 nach Verlauf der Schuljahre bedeutende Kenntnisse in die« ser Sprache erlangt haben. Die Erlernung einer fremden Sprache har aber ihre großen Schwierigkeiten; von der zahllosen Menge, die die französische Sprache lernen, sind nur Wenige wahre Kenner derselben; die Meisten haben nur einen kleinen Vorrath von gewiss'n Ausdrücken und Phrasen zu ihrem uothdärftigen Gebrauche in ihr Gedacht« niß aufgenommen, und reichen bei jedem, nicht ganz ge« wohnlichen Vorfall, nicht damit aus. In einer Schule, wo mannigfache Gegenstände den Schüler beschäftigen, können die Fortschritte in einer frcniken Sprache anfangs nur langsam seyn, wenn der aufkcimende Geist durch zu starke Anstrengung der Kräfte nicht für die wichtigere Zu« kunft abgestumpft werden soll. Und dennoch fragen man« che Ellern nach den Fortschritten ihres achtjährigen Kin« des in der französischen Sprache, freuen sich, wenn ihm starke Lectioncn gegeben werden, damit es auch zu Hause jeden Augenblick beschäftigt sey und sich nicht seiner natür« liehen Munterkeit überlassen könne. Das arme Kind soll also, nachdem es den Tag über in der Schule so man« cherlei getrieben, seinen Abend über einem Buche sitzend hiubn'tten, fremde Töne hundertmal wiederholend, die ihm des Morgens schon wieder entflogen sind. 2st cs nicht für Geist und Körper unendlich viel heilsamer, ihr überlas« set eure Kleinen ihrem, von der Natur in sie gelegten Hang zu kindlichen Spielen und Arbeiten, die, indem sie ihren Körper starken, ihrem Geiste mehr Nahrung geben, ihre Selbstthätigkeit, ihren Erfindungsgeist, das vielleicht in ihnen schlummernde Kunstgefühl mächtiger anrcgcn, als alle jene mühsam cingepragten Wörter.

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