Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304641-2306297--03527-2306541- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
52 feit lernen? Allerdings muß es und wird diese Kunst schon frühe genug können, um in feinem weitern Fortschi eiten nicht ausgchalrcn zu werden; nur sollte man es nicht für den Mittelpunkt halten, um welchen sich der ganze erste Unterricht herumdrehen müsse, sondern es der Schule überlassen, inwiefern es in ihrem Plane liegen mag, das Erlernen der Leseknnst zu beschleunigen. ohne dabei das aus den Augen zu verlieren, was sie in den ersten Cchuljahren außer diesem bezwecken möchte. Wenn nun die ersten Schuljahre und mit denselben das eigentliche Lesenlernen zurück gelegt sind, welchen Ge« genstandeil wird alsdann das ansschl-cßende Entscheidungs» recht über den Werth der Schule zuerkannt? Etwa solchen, die als das beste Vehikel wahrer Geistesbildung betrachtet werden können? Keineswegs! Die französische Sprache und Schönschreiben treten nun in die Rangordnung und behaupten lange Zeit hindurch ihre Stelle. Der Grund dieser Vorliebe liegt theils in dem unmittelbaren Nutzen, den man sich davon verspricht, theils tragt auch der Umstand dazu bei, daß die Fortschritte hierin leichter zu bemerken und daher der allgemeinen Beurlheilüiig mehr bloß gestellt sind; der Mensch ist aber immer geneigt, das zu erheben, was in dem Kreise seiner Erkenutniß liegt. Laßt uns daher unbefangen untersuchen, inwiefern diese Be« trachtungsart dem wahren Verhältnisse angemessen ist. Was zuvorderst tue Kunst des Schönschreibens betrifft, so ist solche allerdings dcm Kaufmaniisstande notkwendig und gewissermaßen für jeden Menschen schätzenswert!). Jede zweckmäßig crgaiiisirte Anstalt muß es sich daher angele«