Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2304627-2304640-2304641-2306297--03528-2306542- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gen seyn lassen, daß die Erwerbung dieser Fertigkeit zu bewirken eine hinlängliche Stundenanzabl besiunnit werde, wie dieß auch in unserer Schule ׳) geschieht. Sollte es aber allen Kindern wohl möglich seyn, schon im zehnten Jabre schön zu schreiben? Kann cs ein Schüler durch die Schrcibestundm allein zur Fertigkeit bringen? Ist es hinreichend eine Seite unter Aufsicht des Lehrers langsam schön schreiben zn können, um den Zweck dieses Unterrichts erreicht zu haben? Auf alle diese Fragen glaube ich mit nein antworten zu müssen. Nur durch vieles Schreiben ohne Vorschrift, Aufsicht und öfteres Zurechtweiscn erlangt die Hand Kraft und Festigkeit; die Züge werden freier und kühner, und die Schrift bekommt einen Charakter. Die Veranlassung znm öfter» Schreiben findet sich aber erst in den später« Schuljahren, da dem Schüler verschiedene schriftliche Arbeiten für den häuslichen Fleiß aufgegeben werden. Sehen alsdann die Lehrer, wir cs in jeder Bürgerschule seyn sollte, auch auf die Schönheit der aufern Form aller Ausarbeitungen, so wird der Schüler um fehlbar schön schreiben lernen, wofern die Natur, wie das zuweilen der Fall ist, ihm nicht alle Anlage dazu vcrsagt hat. *) Im cberwähntcn Philantropin. D- H. (Der Beschluß felgt.)