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Sulamith · 1812-01-01 · Heft 1 · p. Seite 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
4 (1812)
Issue
Heft 1
Article
Einige Bemerkungen über die gewöhnlichen Ansichten bei der Beurtheilung öffentlicher Schulen
Date
1812-01-01
Page
Seite 50 (sequence 4)
Language
German
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die Prüfung eines Schülers aufs genaueste bestimmen kann. Als ob alle in Allem gleichen Schritt hielten; als stünde cs völlig in der Gewalt des Lehrers, jeden Schüler mit gleicher Schnelligkeit vorwärts zu bringen; als konnte man den Geist einer Anstalt richtig b urthcileu, ohne einen prüfenden Blick in ihre innere Eimichlung gerhan zu ha« den. Und was sind es für Kenntnisse, die dieser Scha« tzung zum Maaßsiabe dienen? Sind es etwa diej1<׳,g n, die am kräftigsten auf die innere Bildung wirken, den kindlichen Geist am meisten ausprechcn und beschäftigen, sein Anschauunsvcrmögen entwickeln, seine Einbildungs« kraft anregen und seine dunkeln Vorstellungen zu deutlichen Begriffen erheben? Keineswegs; frühzeitige Fertigkeit im Lesen und in der Folge französische Sprache und Schönschreiben, zuweilen auch Hebräisch, je nachdem das eine oder andere den individiiellen Ansichten und Neigungen mehr oder weniger entspricht, diese gelten allein für die bildenden, arifklärendcn und schavenswerthm Kenntnisse; sic allein sind die Mittel, durch welche eine Anstalt sich den allgemeinsten Beifall erwerben kann. ״Sie sollten mein Kind nur einmal lese» hören! cs hat erst angefan« gen zu lernen. Sie sollten einmal sehen, wie schön es schon schreibt!" Diest sind die Erklamationen, die man in vielen Gesellschaften hört. Und was für einen reellen Gewinn hat euer fünfjähriges Kind davon, wenn es lesen kann? Daß cs, gleich dem, der die Mlisiknottn benemten kann und keine Musik versteht, eine Kunst gelernt hat, die ev nicht anzuwenden weiß; daß es papageicnartig in jedem Ducke lesen wird, um seine Gcsckieklichkeit zu zeigen. Gm oder zwei Jahre spater wird es nicht mehr können

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