Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über das Charakteristische und Wesentliche des Israelitischen Volkes
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 17)
- Language
- German
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44 jen ihres Reiches und aus den Mauern ihrer glorreichen Wohnungen und Städte nach Feindes Land verbannt. Und alle Völker fragten: Warum hat der Ewige diesem Lande also gcthan? Woher dieser große grimmvolle Zorn? — Weil sie den Bund verließe», den er mit ihnen geschlossen — antwortete die lautsprechende Stimme der Wahrheit und der Geschichte. Viel und zahlreich waren sie wohl, ihre physischen Kräfte waren hinlänglich entwickelt, aber das, was ein Volk ziert und erhebt und unüberwindlich macht, ihre auf Vernunft und Sittlichkeit sich gründende Religion und Gesetzgebung, das, das fehlte ihnen am Ende, und sie mußten untergehen. Nicht Wohlgefallen an Rvssesstarke, nicht Wohlgefallen hat der Herr an Manneskraft; Gott gefällt, wer ihn chrfürchtct, wer nur auf seineGüte hofft, spricht der heilige Sänger. Geliebte Freunde und Zuhörer! Seit achtzehn Jahr« Hunderten ist der Israelitische, einst so blühend und glor« reich gewesene Staat aufgelöst, und die, die den Staat bildeten, mit ihm. Jener ist indessen gänzlich untergegan« gen, wir aber, wir haben uns erhalten, und sind, trotz so vielen widrigen Schicksalen, treu geblieben unserm Glauben. — Wir haben zwar kein Palästina mehr; aber wir können, wenn wir wollen, wir können uns jedes Land, wenn wir alle unsere Michrcn und Obliegenheiten, die gegen den Gott unserer Vorfahren» der der Gott des Weltalls ist, die gegen unsere Brüder, worunter ich alle M c 11 schcn versiehe, und die gegen unser» eignen Geist