Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über das Charakteristische und Wesentliche des Israelitischen Volkes
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 18)
- Language
- German
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45 und Leib, wir können uns, wenn wir diese Pflichten ge« hörig und pünktlich erfüllen, jedes Land zu einem Pa« lastina, zu einem gelobten und geliebten Lande umschaffcn! Wir haben zwar kein erbauetes Hciligthum mehr, aber «in jeder von uns kann, wenn er nur ernstlich will, sein eignes Haus, wenn Gerechtigkeit und Wahrheit, Gatten - Eltern . und Kindesliebe darin herrscht, zu einem heiligen, Gott gewciheten Tempel erbauen und befestigen: wir haben zwar keinen Altar mehr, auf welchem wir blutige Opfer darbringen können; aber wir können unsrm Gott ein weit, weit gefälligeres Geschenk weihen, wenn wir auf dem Altar unseres Herzens alle schädlichen Begier« den und Leidenschaften, welche den Himmel und die Erde beleidigen, wenn wir auf diesem Altar diese empörende Neigungen ihm und unserm eignen Wohl zum Opfer brin« gen; gehorchen ist ja besser als Schlacht« opfer, aufmerken ja rühmlicher als Fett der Widder. Wenn wir dem Armen spenden, so ist das dem Herrn rin herrliches mit Weihrauch bestrcuetes Freudenopfer, wenn wir desNothleidenden geben« ken, den Hungrigen speisen, den Nackten bekleiden, so ist das dem Herrn ein wohlduftendes Dankopfer; wenn wir unsere ärmern Mitmenschen an unsere wohlbe« setzte Tafel emladen: so ist das dem Herrn daS beste Speise opfer; und wenn wir Fehler, die wir began» gen, aufrichtig bereuen und zu verbessern streben: so ist das dem Herrn der Welt das wohlgefälligste Sünden» und Schuld opfer; wir haben zwar keine Priester mehr; dafür aber kann em jeder Mensch in seinem eige» nen Heiligthume ein Priester des Herrn scyn, wenn er