Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Juden in Rom
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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26 landes. Von Jerusalem gingen alljährig Boten ans in alle Welt, die diesen Tribut des Altars einsammelten. In so hohes Alterthum reicht der Ursprung der Boten aus .dem Lande Israel (o'N^iVv), die noch jetzt, nur oft zu andern Zwecken, ans Abendland kommen. Wir haben gesehen, wie nach der Zerstörung des Tempels dieses Opfer dem Götzendienste zugcwandt wurde. Zu Liberia hatten aber nach dem Fall Jerusalems und des ganzen Priesterthums der Juden, die obersten Lehrer des Gesetzes ein so großes Ansehen erlangt, daß sie sich bald zu Häuptern des Glaubens für alle Juden in Palästina, im vorder» Asien und im ganzen Abende erheben durften; im liefern Morgenlande herrschte die Schule von Babel und ihr Haupt, der Fürst derGefangenschaft ("2iy an). Die Väter der Schule von Liberia wurden oberste Väter 'L'n) oder Patriarchen genannt. Sie eigneten sich die uralte Steuer für das Land Israel zu, und ließen sie durch ihre Boten im ganzen Reiche, auch zu Rom, ein-» sammeln. Die Kaiser ließen es geschehen und so wurden die obersten Väter zu Liberia mächtig im Reiche. Die spätern Kaiser nannten sie in ihren Schreiben illnstres, clarissimi, spfdabiks; Julian nannte den Patriarchen feinen Bruder, dabei nahm er ihin aber das Recht, seine Glaubensgenoßen zu besteuern, das sie sich jedoch in der Folge wieder anmaßten. Als das Reich getheilt wurde, verlor sich auch großentheiks der Emfiuß der obersten Vater. Honorius untersagte das Einsammekn ihrer Steuer, weil er mit scmem Bruder, dem morgeitlandischen Kaiser zerfallen war, und verfügte Strafen gegen dir Erheber; als