Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Juden in Rom
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 10)
- Language
- German
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12 nung) wurde den Juden in der ganzen Welt ihr letzter Trost entzogen, nämlich derjenige, auch aus der tiefsten Widerwärtigkeit den Blick noch in frommer Anschauung auf das Vaterland im Morgen, als ihren gen-einsamen Wereimgungspunkt, auf jene heiligen Stätten richten;u können, wo allein alle Weihe ihres uralten Kultus sich entfalten durfte, und deren Besitz ihnen gleichsam ein göttliches Unterpfand ihrer Auserwählung war. Das heilige Haus» bereits entweihet durch die Greuel des verderbten Geschlechts von Jerusalem, wurde in diesem Jahre von Titus durch Feuer zerstört, und von diesem Augenblicke an erlosch auch der Name der Juden aus der Reihe der bürgerlich bestehenden Volker. Von nun an waren sie überall, wo sie sich früher schon niedergelassen harren, oder wo jetzt der Sieger sie hintrieb, nicht mehr eine Kolonie, der man das Gastrccht billigte, weil ihr Mutterland es selber üben koirnte, sondern heimathlosc Flüchtlinge und Sklaven, denen die Luft eme Wohltyak sey, die man ihnen zu athmen vergönnte. In dieser bedrängten Lage waren die Juden zu Rom, als ihre Anzahl durch die Unglücklichen vermehrt ward, die jetzt aus dem Morgenlandc zu ihnen kamen. Der größte Theil derselben ließ sich im Haine der Egeria nieder, den ihnen die Stadt vermicthcte '). Dieser verlas- *) Hit; tibi iiocliirnae Nt min eonsliUtebal Amicae Nimc saci'i lentis, nenuis et delubra locaiitur Judaeis. Juvenal. Sat* 3. Gegenwärtig heißt diese Stadtgegend Caffarello.