Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 4 (1812)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Juden in Rom
- Date
- 1812-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 11)
- Language
- German
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15 sine Wald, einst das Orakel Numas, ward ihnen ein zwech-L, doch traurigeres Babel, und sein geheimnisvolles Dunkel, sein einsamer Quell vernahmen jetzt rührendere, schmerzlichere Klagen» als die, welche vor Jahrhunderten in das Wellcngcrausch der Chaldäischen Strome verhallten. Hier fristeten die Ueberbleibsel von Jacob ihr Leben durch Holzfällen und Wasserschöpfeu in dem geheiligten Quell; einige deuteten dem Lusiwandler sein Schicksal; andere bettelten am Thore von Capcna. Es hoben jetzt schmachvolle Zeiten an für die Juden ju Rom. Agrippa» der zweite dieses Namens, und der letzte aus dem königlichen Stamme derHerodier, überlebte nebst seiner Schwester Berenice den Fall von Jerusalem. Rom war früher schon ihr gewöhnlicher Aufenthalt. Don ihrem Volke waren sie verkannt; sic hatten kein Opfer gescheut, um sein berhörtes Gemüth aufzuklaren; aber es ist in der Wnth des Ohnmächtigen, daß er den Drang feiner Leidenschaft für ein Streben innerer Kraft, seines Widersachers Ruhe für Feigheit, dessen Macht aber, sieht er sie auch vor Augen, für Erdichtung halt, und denjenigen einen Verräthcr schilt, der ihm die Felswand zeigt, woran er sein Hirn zerschmettern wird. Mit seltenen Gcistesgabcn und mit noch seltnerer Schönheit ausgcstatlct, hatte Berenice de» Triumph» denselben Römer, der ihr Volk unterjocht hatte, durch Zauberbande der Liebe fesseln zu können. Aber der Casar durfte nicht wagen, eine Fremde über alle Römermnen zu erheben : Titus und Berenice mußte» sich trennen *). Man *) Suelon. L. XI 7. — Xiphilin. in Vespasiauo. 10.