Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1811)
- Article
- Noch einige Worte über den verstorbenen Doktor Samuel Jacobi in Kopenhagen
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 422 (sequence 3)
- Language
- German
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4*2 tauet, aus einem unwissenden Menschen zu einem Wissen, schaftsmanne umgebildet. Geachtet von seinen Mitstudi« renden verließ er Halle, besuchte auf eine kurze Zeit seine Familie in Berlin, und ging von dort nach Kopenhagen. Hier legte er sich besonders auf Chirurgie, und studirte unter dem ältern Sax^orph die Entbindungs»Kunst. Ausgezeichnet durch das beste Zeugniß dieses Lehrers stellte er sich 1796 vor die medizinische Fakultät zu einem collo. quium publicum» und nachdem er hier die deutlichsten Beweise gründlicher Kenntnisse gegeben hatte, erhielt er die Erlaubniß in des Königs Reichen und Landen prakticiren zu dürfen. Doch sah er sich nach zwei Jahren genöthigt, ausdrücklich um eine königliche Resolution anzuhalten, damit ihm seine jüdische Herkunft nicht hinderlich seyn möchte. 1798 ward er zum Mitglied« der königlichen medizinischen Gesellschaft ernannt, deren Vicepräses er im letzten Jahre feines Lebens war. Seine Verdienste als Armenarzt in der jüdischen Gemeinde, in welchem Posten er für 50 Thaler jährlich mit beispielloser Selbstaufopferung beinah 100 Familien besorgte, als sorgfältiger und wohlthatiger Theilnehmer an dem Armenwesen christlicher Gemeinden als Privatarzt mehrerer Familien, sind öffentlich anerkannt. Oie wenige Mitße, welche sein mühsamer Beruf chm vergönnte, wandte er außer der Medizin auch aufandere Wissenschaften. Seine natürlichen Anlagen in den mathematischen Wissenschaften, bildete er immer weiter auS. Vom Griechischen hatte er Einiges erlernt, und im Lateinijchen besaß er Fertigkeit. Seine Lieblingslektüre war Livius; selbst in seinen letzten Tagen und unter den heftigsten Schmerzen beschäftigte er sich damit. Musik