Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1811)
- Article
- Schriften von, für und über Israeliten [Rezension]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 12)
- Language
- German
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צ4° Sie müssen die Juden gewissermaßen als verstoßne und nachher verzogene Kinder betrachten. Sie sind in Rücksicht der Bürgerrechte verstoßen, und in Ansehung der Bürgerpflicht:! verzogen. Wer stehet Ihnen nun »\a« für, da,) nicht einige, und gerade die Wortführenden am meisten, ihren jetzigen elenden Zustand, den sie noch oben« drein als privilcgirt ansehen, jeder wirklichen Verbesserung, aus Vorureheil oder Mangel an Einsicht, vorzirhen, und gerne dem Genuß der Rechte entsagen, tun nur von der Erfüllung der Pflichten befreiet zu bleiben.— So lst's im letzten Revolutions-Kriege einmal hier gegangen. Die vorige Negierung forderte nämlich von den Juden eine namhafte Summe als Ersatz für den nicht geleisteten Kriegs - Dienst. Mein Schwiegervater, einer der solidesten und angesehensten Banquicrs in Deutschland, selbst Ober - Landes - Aeltester der pfälzischen Gemeinden, und mit seiner ganzen Familie in der Ober«Rhein-Pfalz naturalisirt, widersetzre sich der Forderung, und stimmte in der Idee, dadurch den Juden das volle Bürgerrecht zu verschaffen, für die persönliche Leistung des Militär - Dien« sies. Er erbot sich zuerst, seinen eigenen Sohn zum Mi« lnar herzugcben und als Beispiel zu dienen. Das Ee« meindewesen intriguirkr dagegen; und da auch daS dama« ligc Gouvernement (es sey, weil cs keine vortheilhafteJdee von jüdischen Kriegern hatte, oder das Geld nöthiger, als einige wenige Soldaten brauchte) die Abkaufung durch Geld vorzog, so mußte das gute Vorhaben meines Schwiegcrvakerö scheitern.