Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1811)
- Article
- Schriften von, für und über Israeliten [Rezension]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 406 (sequence 10)
- Language
- German
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Bildung, mit Ausnahme einiger wenigen Individuen >n früherer Zeit, als Spinoza, Pinto u. a. in die Epoche setzen, wo Moses Mendclsohn Einfluß zu gewinnen, und durch seine init jüdischen Lettern abgedruckte Ucbersetzung des Pentateuchs m'6 Deutsche auf eine höchst erstaunliche Art bei seinem Volke zu wirken anfing. Die ganze Ge« schichte ist etwa 25 Jahr alt, und es ist also noch keine Generation vorüber. Vergleicht man nun den damaligen Zustand der Juden in jeder subjectiven und objectiven Rück« sicht, mit dem jetzigen, so muß man einräumen, daß sei« tcn ein Volk, in so kurzer Zeit solche Fortschritte zur Dil« düng gemacht habe. Wäre auch nur eine Gahrung in den Eemüthern der Juden, nur das lebhafte Verlangen nach einem Besserseyn, und das Bestreben der Re« gicrungen (welches freilich und vorzüglich mit eine Folge des Zeit-Geistes und der liberalen Denkungsart ist) sie nützlicher und besser zu machen, die Folge davon gewesen, so wäre dieß schon unendlich viel. Aber es ist wirklich weit mehr geschehen. — Denn so viel man auch mit Recht gegen die Halb - Kultur und die ungebundene Lebensweise der jüdischen Freigeister sagen mag, so hat sie doch ihr Gutes, indem sie Annäherung an andere Glaubensgcnos« scn erzeugt, zum bessern Unterricht und zur bessern Crziehung beitragt, und überhaupt die Anzahl der Abcrglaubi« gen vermindert. Die frömmsten Juden lassen doch ihre Kinder jetzt besser als ehemals unterrichten; und wenn dieses, wie es wahrscheinlich geschehen wird, einige Generationen so fort gehet, seist derVvrthcil für die Zukunft nicht zu berechnen.